← Zurück zum Glossar Kategorie: Finanzen Istversteuerung (Umsatzsteuer nach vereinnahmten Entgelten) Kurze Antwort: Optionales Verfahren, bei dem die Umsatzsteuer erst bei Zahlungseingang fällig wird, nicht bereits bei Rechnungsstellung. Das WichtigsteUnternehmen, deren Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr eine bestimmte gesetzliche Grenze (gemäß § 20 UStG) nicht überschritten hatFreiberufler (unabhängig vom Umsatz) und nicht buchführungspflichtige BetriebeDer Antrag muss beim zuständigen Finanzamt gestellt werden und gilt nach Genehmigung in der Regel ab dem nächsten Voranmeldungszeitraum Was Istversteuerung bedeutet Die Istversteuerung (Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten) ist ein Verfahren, bei dem die Umsatzsteuerpflicht gegenüber dem Finanzamt erst zum Zeitpunkt des Zahlungseingangs entsteht. Im Gegensatz zur Sollversteuerung müssen Unternehmen die Steuer nicht vorstrecken. Spiegelbildlich entsteht das Recht zum Vorsteuerabzug erst mit der Tatsächlichen Zahlung an den Lieferanten. Wer kann die Istversteuerung anwenden Unternehmen, deren Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr eine bestimmte gesetzliche Grenze (gemäß § 20 UStG) nicht überschritten hat Freiberufler (unabhängig vom Umsatz) und nicht buchführungspflichtige Betriebe Der Antrag muss beim zuständigen Finanzamt gestellt werden und gilt nach Genehmigung in der Regel ab dem nächsten Voranmeldungszeitraum Vor- und Nachteile Vorteil: Liquiditätsschonung, da die Umsatzsteuer nicht für unbezahlte Rechnungen (Forderungsausfälle oder lange Zahlungsziele) vorfinanziert werden muss Nachteil: Erhöhter administrativer Aufwand in der Buchhaltung – jede Rechnung muss exakt mit dem Zahlungseingang/Zahlungsausgang verknüpft werden; der Vorsteuerabzug verzögert sich bis zur Begleichung der Verbindlichkeit Operative Auswirkungen Dieses System erfordert einen präzisen Abgleich zwischen Rechnungen und Zahlungsströmen. Ohne ein System wie Azuvio, das Banktransaktionen automatisch mit den entsprechenden Belegen verknüpft (Bankreconciliation), besteht das Risiko einer fehlerhaften Umsatzsteuer-Voranmeldung (USt-VA) und GoBD-Verstößen. Häufige Fehler 1. „Vorsteuer bei Rechnungserhalt abgezogen“ — Bei der Istversteuerung entsteht der Vorsteuerabzug erst bei Zahlung an den Lieferanten, nicht beim bloßen Erhalt des Belegs. 2. „Teilzahlungen nicht korrekt erfasst“ — Die abzuführende Umsatzsteuer muss anteilig (pro rata) zum jeweils eingegangenen Teilbetrag berechnet werden. 3. „Umsatzgrenze überschritten“ — Wer die Umsatzgrenze überschreitet, muss zur Sollversteuerung zurückkehren. Ein Versäumnis führt zu Fehlern in der USt-VA und potenziellen Nachzahlungen bei Betriebsprüfungen. Häufige FragenWer kann die Istversteuerung beantragen?Unternehmen, deren Umsatz die Grenze nach § 20 UStG (aktuell 800.000 € in Deutschland) nicht übersteigt, sowie Freiberufler und Betriebe, die keine Bücher führen müssen. Der Antrag erfolgt formlos beim Finanzamt.Wie beeinflusst dies den Vorsteuerabzug?Analog zu den Verkäufen: Das Recht, Vorsteuer aus Eingangsrechnungen geltend zu machen, entsteht erst am Tag der Zahlung an den Kreditor, nicht bereits bei Erhalt der Rechnung.Was passiert bei einer Teilzahlung?Die Umsatzsteuer wird anteilig auf Basis des tatsächlich erhaltenen Betrags fällig. Jede Teilzahlung löst eine entsprechende Teil-Steuerlast für den jeweiligen Voranmeldungszeitraum aus. Wo Azuvio ansetztConformitate ANAFConectori ERPSoftware OMS Verwandte BegriffeUmsatzsteuer-Voranmeldung (UStVA / ZM) — Monatliche oder vierteljährliche Meldung der Umsatzsteuerzahllast (Ausgangssteuer abzüglich Vorsteuer) an das Finanzamt via ELSTER.Ausgangsbuch (Verkaufstagebuch) — Zentrales Buchhaltungsregister, das alle ausgestellten Rechnungen chronologisch mit Netto-Betrag und Umsatzsteuer auflistet – die Basis für die Umsatzsteuer-Voranmeldung und die GoBD-Konformität.Eingangsbuch (Einkaufsjournal) — Zentrales Buchhaltungsregister zur Erfassung aller eingehenden Lieferantenrechnungen und der abzugsfähigen Vorsteuer – die primäre Basis für die Vorsteuererstattung gegenüber dem Finanzamt.DSO (Days Sales Outstanding) — Durchschnittliche Dauer vom Rechnungsdatum bis zum Zahlungseingang. Zentrale Kennzahl für Cashflow und Liquidität. Aktualisiert: 2026-07-17