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Kategorie: Technologie · Akronym: EDI
EDI (Elektronischer Datenaustausch)
Kurze Antwort: Strukturierter Austausch von Geschäftsdokumenten zwischen B2B-Partnern ohne E-Mails oder manuelle Dateneingabe.
Das Wichtigste
- Der Händler sendet die Bestellung aus seinem eigenen ERP → ORDERS EDI-Nachricht
- Ihr System empfängt diese, validiert sie und wandelt sie in einen internen Auftrag um
- Beim Versand generieren Sie ein DESADV (ASN) mit Charge, SSCC pro Palette und Mengen pro Zeile
- Nach der Empfangsbestätigung (RECADV) versenden Sie eine elektronische Rechnung (INVOIC)
- Jeder Schritt wird protokolliert, zeitgestempelt und digital signiert – ein vollständiger Audit-Trail ist gewährleistet
Was ist EDI?
EDI (Electronic Data Interchange) ist der Standard, über den zwei IT-Systeme (Lieferant und Händler, Distributor und Hersteller, 3PL und Marke) automatisch Geschäftsdokumente austauschen: Bestellung (ORDERS), Lieferavis (DESADV/ASN), Wareneingangsbestätigung (RECADV), Rechnung (INVOIC) und Zahlungsavis (REMADV).
Im Gegensatz zu einer per E-Mail versendeten PDF-Datei ist eine EDI-Nachricht nach einem Standard strukturiert (UN/EDIFACT, ANSI X12, GS1 EANCOM) und kann ohne menschliches Zutun automatisch gelesen, validiert und direkt in das ERP des Partners gebucht werden.
Warum EDI im Jahr 2026 entscheidend ist
Fast jeder moderne Einzelhändler im DACH-Raum und Europa (EDEKA, REWE, Kaufland, Lidl, Metro, dm, Hornbach, Bauhaus) macht EDI zur vertraglichen Pflicht für Lieferanten. Ohne EDI werden Bestellungen blockiert, Lieferungen bei der Annahme sanktioniert und Rechnungen vom Lieferantenportal abgelehnt.
Für einen FMCG-Distributor mit 6-12 Einzelhändlern im Portfolio beansprucht die manuelle Auftragserfassung 30-60 Stunden pro Woche und verursacht eine Fehlerquote von 1-3 % – reale Verluste zwischen 8.000 € und 25.000 € pro Jahr allein durch Rückbelastungen und manuelle Korrekturen.
So funktioniert es in der Praxis
Der Händler sendet die Bestellung aus seinem eigenen ERP → ORDERS EDI-Nachricht
Ihr System empfängt diese, validiert sie und wandelt sie in einen internen Auftrag um
Beim Versand generieren Sie ein DESADV (ASN) mit Charge, SSCC pro Palette und Mengen pro Zeile
Nach der Empfangsbestätigung (RECADV) versenden Sie eine elektronische Rechnung (INVOIC)
Jeder Schritt wird protokolliert, zeitgestempelt und digital signiert – ein vollständiger Audit-Trail ist gewährleistet
Häufige Fehler
1. EDI ≠ E-Rechnung. Die gesetzliche E-Rechnung (via ELSTER/Finanzamt, XRechnung/ZUGFeRD) deckt nur die steuerliche Rechnung im XML-Format ab. EDI deckt den gesamten Handelszyklus ab und erfolgt B2B, nicht primär gegenüber dem Staat.
2. EDI bedeutet nicht „Upload in ein Portal“. Händlerportale sind manuelle Notlösungen. Echtes EDI erfolgt System-zu-System über ein VAN (Value Added Network) oder Protokolle wie AS2/SFTP.
3. Unterschätzung des Mappings. Jeder Händler hat eigene GLN-Codes, Lieferstellen und EAN-Strukturen. Diese Mappings müssen monatlich gepflegt werden.
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen EDI und E-Rechnung?
- EDI deckt den vollständigen B2B-Zyklus (Bestellung, Lieferavis, Wareneingang, Rechnung) ab und wird direkt zwischen Partnern ausgetauscht. Die E-Rechnung nach GoBD/§ 14 UStG betrifft nur die steuerliche Rechnung in Formaten wie XRechnung oder ZUGFeRD, oft zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben.
- Kann ich EDI ohne ein natives EDI-Modul nutzen?
- Technisch ja, über VAN-Intermediäre, aber die Kosten pro Transaktion und der Integrationsaufwand steigen deutlich. Ein natives EDI-Modul (wie EDIconnect von Azuvio) senkt die Transaktionskosten auf etwa 0,05 €.
- Wie lange dauert das EDI-Onboarding bei einem neuen Händler?
- Mit Azuvio und einem Händler aus unserer Standard-Bibliothek (Lidl, Kaufland, REWE etc.) dauert es 5-15 Werktage. Bei einem völlig neuen Händler sind 4-8 Wochen einzuplanen, dominiert durch die vom Händler geforderten End-to-End-Tests.
Verwandte Begriffe
- ASN / DESADV (Vorab-Lieferavis) — Elektronische Lieferbenachrichtigung (EDI), die vor Eintreffen der Ware an den Händler gesendet wird – beschreibt Paletten, Chargen und Mengen.
- INVOIC — Die EDIFACT-Handelsrechnungsnachricht – direkter Datenaustausch zwischen Lieferant und Kunde (zu unterscheiden von der fiskalischen E-Rechnung).
- GS1 — Die globale Organisation für Standards in der Handelsidentifikation: GTIN (EAN), GLN, SSCC, EANCOM.
- GLN (Global Location Number) — 13-stelliger GS1-Identifikationscode zur eindeutigen Kennzeichnung von Standorten (Firmensitz, Lager, Filiale, Rampe).
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