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Kategorie: Logistik · Akronym: FIFO/LIFO/CMP
Bewertungsmethoden für Vorräte (FIFO, LIFO, Durchschnittswert)
Kurze Antwort: Bilanzielle Verfahren zur Bewertung des Lagerabgangs: First-in-First-out, Last-in-First-out oder gewogener Durchschnittspreis.
Das Wichtigste
- FIFO (First In, First Out) — die zuerst beschafften Artikel werden zuerst verbraucht. Bei Inflation führt dies zu einem niedrigeren bewerteten Aufwand und höherem Gewinn. Ideal für verderbliche Waren.
- LIFO (Last In, First Out) — die zuletzt beschafften Artikel werden zuerst verbraucht. In Deutschland handelsrechtlich und steuerrechtlich (§ 6 Abs. 1 Nr. 2a EStG) unter Bedingungen zulässig, führt bei Preissteigerungen zu niedrigeren Gewinnen.
- Durchschnittswertmethode (WAC) — der Abgangswert entspricht dem gewogenen Durchschnitt aller Bestände. Diese Methode gleicht Preisschwankungen aus und ist in der deutschen Buchhaltung (DATEV, SAP) weit verbreitet.
Warum die Bewertungsmethode entscheidend ist
Wenn Sie das gleiche Produkt im Zeitverlauf zu unterschiedlichen Preisen einkaufen, benötigen Sie eine feste Regel, mit welchem Wert die Waren bei einem Verkauf aus dem Bestand ausgebucht werden. Die gewählte Methode beeinflusst direkt den Wareneinsatz, das Betriebsergebnis und somit die Steuerlast gemäß § 256 HGB.
Die drei gängigen Methoden
FIFO (First In, First Out) — die zuerst beschafften Artikel werden zuerst verbraucht. Bei Inflation führt dies zu einem niedrigeren bewerteten Aufwand und höherem Gewinn. Ideal für verderbliche Waren.
LIFO (Last In, First Out) — die zuletzt beschafften Artikel werden zuerst verbraucht. In Deutschland handelsrechtlich und steuerrechtlich (§ 6 Abs. 1 Nr. 2a EStG) unter Bedingungen zulässig, führt bei Preissteigerungen zu niedrigeren Gewinnen.
Durchschnittswertmethode (WAC) — der Abgangswert entspricht dem gewogenen Durchschnitt aller Bestände. Diese Methode gleicht Preisschwankungen aus und ist in der deutschen Buchhaltung (DATEV, SAP) weit verbreitet.
Steuerliche und bilanzielle Auswirkungen
Nach den GoBD und dem HGB muss die gewählte Bewertungsmethode stetig angewandt und im Anhang des Jahresabschlusses erläutert werden. Während FIFO den physischen Warenfluss oft besser abbildet, dient der Durchschnittswert der kaufmännischen Vereinfachung.
Chargenrückverfolgung
Eine korrekte Bewertung nach FIFO oder FEFO erfordert die lückenlose Erfassung von Chargen und Wareneingangsdaten – ohne ein modernes WMS ist dies kaum fehlerfrei umsetzbar. Für Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdatum ist FEFO (First Expired, First Out) operativ zwingend erforderlich.
Wie Azuvio unterstützt
Azuvio verwaltet Chargendaten im WMS (Eingangsdatum, MHD, Einstandspreis) und überträgt die korrekten Abgangswerte an Ihr ERP oder Buchhaltungssystem (z. B. DATEV, Microsoft Dynamics). So wird die gewählte Methode (FIFO oder Durchschnitt) automatisch angewendet, ohne dass manuelle Kalkulationen in Excel nötig sind.
Häufige Fragen
- Ist LIFO in Deutschland für die Steuerbilanz erlaubt?
- Ja, gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 2a EStG ist das LIFO-Verfahren steuerlich zulässig, sofern es den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) entspricht. Das FIFO-Verfahren ist steuerlich hingegen meist nicht zulässig, außer es entspricht dem tatsächlichen physischen Fluss.
- Was ist der Unterschied zwischen FIFO und WAC?
- FIFO spiegelt den tatsächlichen Warenfluss bei verderblichen Gütern wider. WAC (Weighted Average Cost) ist einfacher zu verwalten, da Preisschwankungen geglättet werden. Beide Methoden sind im Rahmen der GoBD zulässig.
- Was ist FEFO und wie unterscheidet es sich von FIFO?
- FEFO (First Expired, First Out) priorisiert das Verfallsdatum, nicht das Eingangsdatum. Eine Charge, die später ankam, aber früher abläuft, wird zuerst ausgelagert. Dies ist entscheidend für die Qualitätssicherung und wird durch das Azuvio WMS gesteuert.
Verwandte Begriffe
- Sicherheitsbestand — Zusätzlicher Pufferbestand, der gehalten wird, um Lieferengpässe durch Nachfrage- oder Liefervariabilität zu vermeiden.
- Wareneingangsbeleg (WE) / Goods Receipt Note (GRN) — Internes Dokument zur Bestätigung des physischen Wareneingangs im Lager – das Bindeglied zwischen Lieferschein des Lieferanten und der Eingangsrechnung.
- WMS (Warehouse Management System) — Das System zur Orchestrierung physischer Lagerabläufe: Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand.
- SKU (Stock Keeping Unit) — Interner, eindeutiger Identifikationscode für einen Artikel in Ihrem Bestand – feinere Granularität als die GTIN.
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